Zum Inhalt springen
 HEUTE: Schnelle Terminvergabe
← Ratgeber · Anleitung

Tipps vom Klempner: Feuchttücher, Spülmittel und Toilettenpapier richtig handhaben

15. Oktober 2026· 6 Min. Lesezeit
KI-generiertes Bild: Helles Badezimmer mit weißer Toilette, daneben ein kleiner Treteimer mit Deckel, eine Toilettenpapierrolle im Halter und eine Packung Feuchttücher auf der Ablage

Hinter vielen verstopften WCs und Abflüssen steckt etwas ganz Simples: Im Rohr landet, was dort nichts zu suchen hat. Nach unserer Erfahrung sind Feuchttücher und Fett die häufigsten Ursachen, dazu kommen zu große Papiermengen auf einen Schlag. Wir zeigen Ihnen vier Methoden, mit denen Sie eine Verstopfung selbst beseitigen, und woran Sie erkennen, dass Sie besser aufhören sollten.

Feuchttücher: Weshalb selbst „spülbare“ Tücher im WC nichts zu suchen haben

Ein Feuchttuch ist absichtlich so hergestellt, dass es nass nicht zerreißt. Anders als Toilettenpapier bleibt es deshalb am Stück, häufig über einen langen Abschnitt der Leitung. Steht „spülbar“ auf der Packung, heißt das im Alltag hauptsächlich: Das Tuch kommt durch den Siphon des WCs. Was anschließend in den Leitungen dahinter geschieht, verrät Ihnen die Verpackung nicht.

Unterwegs bleiben die Tücher an Muffen oder Kalkansätzen hängen. Daran sammeln sich weitere Tücher und Fett. Mit der Zeit wächst so ein zäher Zopf heran, der den Querschnitt des Rohrs immer weiter einengt. In Münchner Altbauten mit älteren Guss- oder Steinzeugrohren und rauer Innenfläche passiert das nach unserer Erfahrung schneller als in glatten Kunststoffleitungen. Besonders anfällig sind Hebeanlagen in Souterrain- und Kellerwohnungen: Hier wickeln sich die Fasern um das Laufrad der Pumpe, bis nichts mehr geht.

Was Toilettenpapier und Feuchttuch im Rohr machen

Toilettenpapier

  • Löst sich im Wasser rasch auf
  • Die Fasern schwimmen mit dem Abwasser davon
  • Wurde genau für die Toilette entwickelt

Feuchttuch

  • Reißt auch im nassen Zustand nicht, so ist es konstruiert
  • Bleibt an Kanten und Muffen hängen
  • Verbindet sich mit Fett und Haaren zu zähen Zöpfen
  • Kann die Pumpe einer Hebeanlage lahmlegen

Selbst im öffentlichen Kanal setzen sich die Tücher ab und machen den Pumpwerken zu schaffen. Feuchttücher und Kosmetiktücher gehören in einen kleinen Deckeleimer neben dem WC, nicht in die Schüssel. (Ein Treteimer ist hier am praktischsten, dann müssen Sie nichts anfassen.)

Toilettenpapier: Entscheidend ist die Menge

Mit Toilettenpapier an sich gibt es keine Schwierigkeiten, solange es nicht als dicker Klumpen auf einmal im Rohr landet. Ein Klassiker aus dem Alltag: Man rollt eine ordentliche Portion ab und drückt dann die Spartaste. Das bisschen Wasser schiebt den Papierknäuel gerade bis in den Bogen hinter dem Siphon. Dort bleibt er stecken, und beim nächsten Spülen steigt das Wasser in der Schüssel an.

  • Bei viel Papier lieber zwischendurch spülen, statt alles in einem Rutsch hinunterzuschicken
  • Für Papier immer die große Spültaste drücken, die Spartaste ist nur für Flüssigkeit gedacht
  • Mehrlagiges Papier macht keine Probleme, es kommt auf die Menge pro Spülgang an
  • Taschentücher haben im WC nichts verloren, weil sie viel reißfester sind als Toilettenpapier
  • Kommt beim Spülen auffallend wenig Wasser, den Spülkasten checken lassen, denn eine schwache Spülung fördert Ablagerungen
Steigt das Wasser in der Schüssel an, nicht gleich noch einmal spülen: Jeder weitere Spülgang drückt zusätzliches Wasser gegen den Pfropfen und lässt die Schüssel im Zweifel überlaufen.

Spülmittel, Fett und Co.: Was im Abfluss nichts zu suchen hat

Aus Sicht eines Klempners ist Spülmittel kein Problem. In üblichen Mengen löst es sogar Fettfilme an. Weit verbreitet ist allerdings die Annahme, man könne Bratfett mit reichlich Spülmittel „abflussfreundlich“ machen. Das Fett wird so aber nur für kurze Zeit gebunden. Weiter hinten im kalten Rohr wird es trotzdem fest und hinterlässt Beläge, an denen sich später Papier und Tücher verhaken. (Unser Tipp: Pfannen vor dem Abwasch mit Küchenpapier auswischen und das Papier in den Restmüll werfen.)

Häufige Fehler an WC und Küchenspüle und was Sie besser machen

WasWas im Rohr passiertWohin stattdessen
Feuchttücher, KüchenrolleBleiben reißfest und bilden ZöpfeRestmüll
Bratfett, FrittierölErstarrt im kalten Rohr zu BelägenAbgekühlt im verschlossenen Gefäß in den Restmüll
KaffeesatzSetzt sich als schwerer Schlamm abBio- oder Restmüll
Wattestäbchen, ZahnseideVerhaken sich, Zahnseide wickelt sich um HindernisseRestmüll
HygieneartikelQuellen auf und verengen das RohrRestmüll
EssensresteFett und Stärke bilden BelägeBiotonne

Methode 1 und 2: Heißes Wasser mit Spülmittel und der Pömpel

Methode 1: Heißes Wasser und Spülmittel

Diese Methode taugt für weiche Verstopfungen aus Papier und Fett im WC. Kippen Sie eine ordentliche Menge Spülmittel in die Schüssel und lassen Sie es ein paar Minuten wirken. Danach schütten Sie einen Eimer heißes, aber nicht kochendes Wasser mit etwas Schwung aus der Höhe hinterher. Das Spülmittel macht den Pfropfen rutschig, Wärme und Wucht lockern ihn. Kochendes Wasser kann in kalter Keramik Spannungsrisse auslösen. Was Ihre Rohre an Hitze vertragen, klären wir unten in den FAQ. Bei Feuchttüchern oder Gegenständen bringt diese Methode nichts.

Methode 2: Der Pömpel (Saugglocke)

Fürs WC nehmen Sie am besten ein Modell mit ausgeformter Stulpe, die genau in den Abfluss der Schüssel passt. Für Waschbecken und Dusche genügt die flache Glocke. (Am besten gleich beide Varianten bereithalten.)

So arbeiten Sie richtig mit der Saugglocke

  1. Überlauf verschließen
    Drücken Sie beim Waschbecken einen nassen Lappen auf den Überlauf. Andernfalls entweicht der Druck dort, anstatt die Verstopfung zu lösen.
  2. Wasserstand kontrollieren
    Der Gummikopf muss ganz unter Wasser stehen. Gießen Sie bei Bedarf etwas Wasser nach, damit Sie Wasser bewegen und keine Luft.
  3. Gerade aufsetzen und pumpen
    Setzen Sie die Glocke dicht schließend über den Abfluss. Drücken Sie kräftig nach unten und reißen Sie sie ruckartig wieder hoch. Das Ganze etwa zehn- bis fünfzehnmal wiederholen.
  4. Ergebnis prüfen
    Spülen Sie mit sauberem Wasser nach. Fließt es nur langsam ab, wiederholen Sie den Vorgang oder kombinieren Sie ihn mit Methode 1.

Methode 3 und 4: Backpulver mit Essig und die Rohrreinigungsspirale

Methode 3: Backpulver und Essig – was das Hausmittel wirklich bringt

Backpulver besteht aus Natron, einem Säuerungsmittel und einem Trennmittel. Deshalb schäumt reines Natron mit Essig spürbar kräftiger. Bei der Reaktion bildet sich CO₂, und Säure und Base heben sich größtenteils gegenseitig auf. Die Reinigungswirkung ist also vor allem mechanisch: Der Schaum löst leichte Beläge im Abfluss von Waschbecken oder Dusche. Schütten Sie einige Löffel Natron in den Abfluss, gießen Sie eine Tasse Essig hinterher und lassen Sie das Gemisch etwa eine halbe Stunde arbeiten. Zum Schluss mit heißem Wasser nachspülen. Für die regelmäßige Pflege ist das prima, bei einem festen Pfropfen oder einem Feuchttuch hilft es kaum.

Methode 4: Die Rohrreinigungsspirale

Kommt der Pömpel nicht weiter, ist die Spirale dran. Gängige Modelle aus dem Handel sind meist 15 bis 20 Meter lang. Schieben Sie die Spirale langsam und unter Drehen ins Rohr. Spüren Sie Widerstand, kurbeln Sie weiter, statt zu stochern. Der Kopf kann sich in Feuchttuchknäuel verhaken, die Sie dann herausziehen. Am Waschbecken lohnt es sich, den Siphon abzuschrauben und direkt im Rohr zu arbeiten. Am WC sollte die Spirale eine Schutzhülle haben, damit die Keramik nicht verkratzt.

Lassen Sie die Finger von chemischen Rohrreinigern
Scharfe Granulate und Gele können Dichtungen und ältere Rohre angreifen, und Feuchttücher lösen sie trotzdem nicht auf. Hält die Verstopfung, steht ätzende Lauge im Rohr, die Ihnen beim Weiterarbeiten entgegenspritzen kann.

Wo Selbermachen aufhört und der Fachbetrieb ran sollte

Hausmittel und Pömpel greifen nur, wenn die Verstopfung dicht am Ablauf sitzt. Liegt das Problem weiter unten in der Grundleitung, bringt Herumprobieren selten etwas. Im schlimmsten Fall schieben Sie den Pfropfen sogar noch tiefer ins Rohr. An diesen Anzeichen merken Sie, dass die Ursache nicht im Siphon steckt:

  • Mehrere Abläufe laufen zugleich schlecht ab, zum Beispiel WC, Dusche und Waschbecken
  • Beim Spülen der Toilette gluckert es in anderen Abflüssen
  • Im Keller drückt Wasser aus dem Bodenablauf nach oben
  • Die Hebeanlage zeigt eine Störung an oder läuft auffällig lange
  • Die gleiche Verstopfung taucht nach ein paar Wochen wieder auf

Dann beseitigt eine professionelle Rohrreinigung die Ablagerungen mechanisch und ganz ohne Chemie. Tritt das Problem immer wieder auf, klärt eine Kanal-TV-Untersuchung, ob etwa ein Rohrversatz oder Wurzeleinwuchs dahintersteckt.

Nicht sicher, ob Sie allein weiterkommen?
MB Kanaltech München GmbH berät Sie kostenlos am Telefon, häufig ist die Sache damit schon geklärt. Muss doch jemand vorbeikommen, bekommen Sie vor der Anfahrt eine nachvollziehbare Kostenschätzung.
089 3704 0901

Verstopfter Abfluss in München? Erst anrufen, dann loslegen

MB Kanaltech München GmbH sagt Ihnen am Telefon, ob Pömpel und Spirale noch genügen oder ob sich eine professionelle Rohrreinigung lohnt. Rufen Sie uns an unter 089 3704 0901, auch am Wochenende.

FAQ: Häufig gestellte Fragen

Sie finden Ihre Frage hier nicht? Rufen Sie an oder schreiben Sie uns, wir melden uns schnell zurück.

Jetzt anrufen089 3704 0901

Weiterlesen

Mehr aus dem Ratgeber

Diese Beiträge passen zum Thema, das Sie gerade gelesen haben.

Ihr kompetenter Ansprechpartner bei MB Kanaltech München GmbH am Telefon

Kontaktieren Sie uns

Niklas Roth, Ihr kompetenter Ansprechpartner

Telefon:089 3704 0901

Jetzt telefonisch erreichbar